Sehenswürdigkeiten in Karlsruhe 
Sehenswürdigkeiten in Karlsruhe

Sehenswürdigkeiten in Karlsruhe


Münze Karlsruhe

Neben Stuttgart gibt es auch in Karlsruhe eine staatliche Münze in Baden-Württemberg, wo seit 1827 bis heute Münzen geprägt werden. War vor Jahrhunderten dem König, später auch den Kürfürsten und übrigen Reichsständen, das Prägerecht vorbehalten. Es war nicht ungewöhnlich, dass zu einer Residenz eines Kurfürsten auch eine Münzprägestätte gehörte. Ähnlich wie damals, obliegt das Prägerecht heute einzig der Bundesbank. Heute sind nur noch Berlin, München, Stuttgart und Hamburg staatliche Münzstätten. Diese bekamen 1871 nach ihrer Rangordnung Buchstaben zugeordnet, für Karlsruhe war das der Buchstabe G, für das Großherzogtum Baden. Heute werden hier über 200 Millionen Münzen pro Jahr geprägt. Die Karlsruher und Stuttgarter Münze haben sich zudem zu den Staatlichen Münzen Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Die Karlsruher Münze befindet sich zentral in der Innenstadt, ganz in der Nähe des Schlosses, in einem von Friedrich Weinbrenner erbauten klassizistischen Bau. Im 18. Jahrhundert war die Münze noch in Durlach, bevor durch die Entstehung des Großherzogtums Baden im Jahr 1806 wurde zehn Jahre später auch erste Pläne zum Bau der Münze entstanden. Nicht nur Weinbrenner, auch der Militärbaumeister Friedrich Arnold arbeitete an den Plänen maßgeblich, der Bau wurde jedoch erst nach Arnolds Tod 1827 fertiggestellt. Die erste Münze, die hier geprägt wurde, war eine Zehnguldenmünze. Im Jahr 1949 wurden die Pfennig-Münzen mit der Aufschrift „Bank deutscher Länder“ versehen, später wurde dies durch die Umschrift „Bundesrepublik Deutschland“ ersetzt. Durch ein Versehen entstanden jedoch noch 30.000 Münzen mit alter Umschrift, was sich zu einem kleinen Skandal ausweitete. Die Münzen kamen im Umlauf und heute zahlen Sammler dafür viel Geld. In den 1970er Jahren wurden Nachprägungen dieser Münzen angeordnet, die verkauft wurden. Für die Beteiligten der Karlsruher Münze führte das zu Bewährungsstrafen. Ab 2002 wird die neue europäische Währung Euro hier geprägt, fast 40% aller Münzen in Deutschland im Umlauf werden in Karlsruhe und Stuttgart hergestellt.


Staatliche Majolika

Seit über 100 Jahren nun wird in der Staatlichen Majolika Karlsruhe Keramik kunstvoll produziert und gestaltet werden. Gegründet wurde die Majolika 1901durch die Zustimmung von Großherzog Friedrich I. Seitdem werden die Produkte der Majolika auch mit ihrem Warenzeichen signiert, dem badischen Wappen sowie einem M für Majolika-Manufaktur nach einem Entwurf von Hans Thoma. 1904 waren Stücke der Majolika auch auf der Weltausstellung im amerikanischen St. Louis zu sehen und Publikumsmagnet. Bereits seit 1906 ist die Produktionswerkstatt ganz in der Nähe des zentral gelegenen Schlosses untergebracht. 1927 wurde die Majolika in „Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe AG“ umbenannt, zuvor war sie badisches Staatseigentum. Heute trägt im Wesentlichen die Landesbank Baden-Württemberg die Manufaktur. Hier werden Kunst, Tradition und wirtschaftliches Unternehmen gepflegt. Bekannt wurde die Majolika auch durch die Gestaltung des Film- und Fernsehpreises Bambi, was noch heute eng mit der Manufaktur verbunden ist. In den Anfangszeiten des Bambi waren die Preise aus hochwertiger Keramik. Hier entstanden auch kleine Kunstwerke, die auf Entwürfe namhafter Künstlerinnen und Künstler zurückgeht. Zur Majolika gehört auch ein Museum, in dem die Besucher einen interessanten Einblick in die Arbeit der Majolika seit 1901 bekommen. Hier sind Arbeiten aus dem Jugendstil, dem Expressionismus bis zu modernen Kunstwerken zu sehen. Darunter sind Werke von Gretel Schulte-Hostedde, Erwin Spuler und Karl Maximilian Würtenberger.


Ständehaus

Das Badische Ständehaus ist heute in erster Linie eine Erinnerungsstätte zum Gedenken an die Demokratiebewegung im 19. Jahrhundert. Hier wurden Themen wie die Schaffung einer volkstümlichen Justiz, die Pressefreiheit und ähnliches diskutiert. Das Parlamentsgebäude stand ursprünglich an anderer Stelle, in der Nähe des heutigen Neuen Ständehauses. Hier tagte das Ständehaus von 1822 bis 1933. Der ursprüngliche Bau in der Ritterstraße wurde von einem Schüler Weinbrenners, Friedrich Arnold, gestaltet. Im Jahr 1933 dann schaltete sich der Landtag selbst aus, indem er das Ermächtigungsgesetz genehmigte. 1944 wurde das Ständehaus völlig zerstört und die Ruine in den 1960er Jahren abgerissen. Durch die Gründung des Landes Baden-Württemberg war zunächst ein Neubau oder ein neues Landtagsgebäude nicht notwendig. 1979 entstand auf dem Grundstück der katholischen Gemeinde St. Stephan in der Ständehausstraße schließlich doch ein neues Gebäude. Dieses Neue Ständehaus dient heute aus Ausstellungssaal für wechselnde Ausstellungen und als Erinnerungsstätte mit dem Thema „Tradition und Gegenwart“. Die Demokratiebestrebungen von 1848/49 und die badische Landesgeschichte werden hier ausgearbeitet.


Zentrum_fuer_kunst_und_medientechnologie_karlsruhe

Im Jahr 1997 wurde in Karlsruhe diese weltweit einzigartige Kulturinstitution eröffnet. In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe werden hier Ausstellungen, Kunst, neue Medien und neue Technologien vereint und präsentiert. Die Grundidee war, Projekte im Bereich der neuen Medien und Technologien wie Video, Computergrafik ein Podium zu bieten, Künstler in diesem Bereich zu fördern sowie die Realisierung von Veranstaltungen und Ausstellungen zu diesem Themenfeld. Im ZKM sind verschiedene Einrichtungen wie das Filminstitut, eine Mediathek, das Institut für Bildmedien oder das Museum für Neue Kunst unter einem Dach vereint. Besucher sind hier zur aktiven Teilnahme und zum Staunen eingeladen. Führungen erklären Interessierten alle wichtigen Fakten zum ZKM. Neben Projekten, Vorträgen und festen Ausstellungen gibt es zahlreiche Sonderausstellungen, die sich mit dem Thema Kunst, Neue Medien und moderne Technologien befassen. Die Idee zu dieser Kultureinrichtung entstand bereits in den 1980er Jahren, wobei die Universität, die Hochschule für Musik und das Forschungszentrum und weitere Institutionen ein Konzept gemeinsam erarbeiteten. Die Idee für einen Neubau stammt von dem niederländischen Architekten Rem Koolhaas. Sein Entwurf wurde jedoch nur teilweise umgesetzt. Das ZKM ist in einem Hallenbau untergebracht, der aus den Jahren 1915 bis etwa 19120 stammt und als Waffen- und Munitionsfabrik diente. In unmittelbarer Nähe des ZKM befinden sich ein Kino und der Neubau der Bundesanwaltschaft.


Schloss Gottesaue

Gegründet wurde Schloss Gottesaue im Jahr 1094 als Kloster, über 600 Jahre vor der eigentlichen Stadtgründung. Von der Klosterkirche oder dem Konvent ist nichts erhalten, lediglich Quellenberichte zeugen von der ursprünglichen Nutzung. Während des Bauernkrieges 1525 geplündert und zerstört, ließ hier der Markgraf Ernst Friedrich einige Jahre später ein Jagdschloss erbauen. Die Pläne stammten von Johannes Schoch und Paul Murer. Während dem Dreißigjährigen Krieg versuchten Benediktinermönche erneut, hier ein Kloster zu etablieren, doch die Kriegshandlungen zwangen die Geistlichen zur Flucht. . Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss – inzwischen gehörte es wieder dem Markgrafen – in einer Feuersbrunst zerstört. Erst im 18. Jahrhundert wurde das Schloss wieder etwas kleiner aufgebaut und als Speicher genutzt. Einige Jahre später wurde das Schloss auch als Kaserne genutzt, Baden war inzwischen Großherzogtum. Im 20. Jahrhundert entstanden hier Gewerbebetriebe und Sozialwohnungen, diesmal auf Initiative der Stadt. Auch die Polizeischule war hier zeitweilig untergebracht. Durch Bombenabwürfe 1944 zum großen Teil zerstört, wurde das Schloss in den 1980er Jahren aufwendig restauriert. So ist heute wieder der Stil eines Renaissance-Schlosses aus dem 17. Jahrhundert zu erkennen. Seit dem Wiederaufbau ist die Staatliche Hochschule für Musik hier eingezogen. Im Sommer finden hier stimmungsvolle Kinoabende unter freiem Himmel statt, was immer viele Besucher auch aus der näheren Region anlockt.


Karlsruher Schloss

Einheimische wie Besucher der Stadt zieht es besonders in der warmen Jahreszeit zum Karlsruher Schloss und in den Schlossgarten. Das Schloss mit seiner malerischen Grünanlage liegt vom Marktplatz ideal erreichbar zentral in der Innenstadt der badischen Metropole. Karlsruhe ist eine junge, geplante Stadt, sodass ein mittelalterlicher Stadtkern oder eine beeindruckende Befestigungsanlage fehlt. So wurde das Schloss 1715 für den damaligen Markgrafen Karl-Wilhelm von Baden-Durlach als Ersatz für seine bei einem Brand zerstörte Durlacher Residenz erbaut. Baumeister war Jakob Friedrich von Batzendorf. Ein recht glückloser Bau, da das Schloss ursprünglich aus Holz gebaut wurde und bereits 30 Jahre später saniert werden musste. Das Schloss wurde bis 1770 mehrfach umgebaut, Balthasar Neumann lieferte hierzu die Pläne. Mit der März-Revolution 1848/49 musste Großherzog Leopold 1849 die Stadt und seine Residenz vorrübergehend verlassen. 1918 dankte schließlich mit Friedrich II. der letzte Monarch in Baden ab und somit diente das Schloss auch nicht mehr länger als Familienwohnsitz. Bereits seit 1919 ist im Schloss das Badische Landesmuseum untergebracht, wo bis heute viel beachtete Ausstellungen gezeigt werden. Im Zweiten Weltkrieg blieb nicht nur die Stadt, sondern auch das Schloss nicht von alliierten Bomben verschont. 1944 schwer getroffen, brannte das Schloss völlig aus. In den Jahren 1955 bis1966 wurde das Schloss wieder aufgebaut, um es wieder als Museum nutzen zu können. Der zum Schloss gehörende Garten wurde zwischen 1731 und 1746 von Christian Trahn angelegt. Die barocke Gartenanlage wurde im 18. Jahrhundert von Großherzog Karl Friedrich als englischer Landschaftsgarten umgestaltet. Umgestaltungen gab es auch im Jahr 1967 im Rahmen der Bundesgartenschau. Heute nutzen Sportler, Kleinkünstler und Besucher den Park zum Ausspannen, als Treffpunkt und „Open-Air“-Bühne.


Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe

Diese Grabkapelle der großherzoglichen Familie steht im Karlsruher Fasanengarten in der Nähe des zentralen Schlosses. Lange Zeit war die Grabkapelle vernachlässigt und durch Pflanzenbewuchs im Garten und Vandalismus vom Zerfall bedroht. Die Grabkapelle wurde 1889 von Großherzog Friedrich I. und seiner Frau Luise von Preußen als Mausoleum für ihren früh verstorbenen Sohn Ludwig Wilhelm. Bis dahin waren die badischen Landesherrn in der Pforzheimer Schlosskirche oder in der Karlsruher Stadtkirche bestattet worden. Diese Orte waren jedoch immer mit öffentlichem Aufsehen verbunden. Der Auftrag ging zunächst an den Freiburger Architekt Franz Baer, der jedoch krankheitsbedingt bald aufgeben musste. So übernahm Friedrich Hemberger, ein Karlsruher Architekt, den Bau der Grabkapelle. Hemberger wurde von seinem Sohn Herrmann unterstützt. Der Großherzog hatte während der Bauarbeiten immer neue Ideen und Wünsche, was Ausgestaltung und Stil anging, sodass ein interessanter Bau verschiedenster Stilepochen entstand und so einen ganz eigenen Charakter hat. Die Grabkapelle ist in der Form einer Basilika mit einem Langhaus, zwei Seitenschiffen und einem Querschiff gebaut. Dazu kommen filigrane Bildhauerarbeiten im Innern wie außen. Die Kapelle ist erstaunlich hell, was durch die großen Fenster begründet ist. Zuletzt wurde hier die Großherzogin Hilda 1952 beigesetzt. Die 18 Mitglieder der Großherzoglichen Familie liegen auch hier, da im Zweiten Weltkrieg die Stadtkirche zerstört wurde und die Särge geschützt werden sollten. Die helle Gruft erreicht man über breite Treppe. Feuchtigkeit, aber auch Vandalismus setzten der Grabkapelle zuletzt stark zu und der heutige hervorragende Zustand ist lediglich einer privaten Initiative zu verdanken, die in mühevoll und zeitintensiv Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten vornahm. Normalerweise ist die Grabkapelle verschlossen, doch in angemeldeten Sonderführungen können Besucher einen Eindruck von der Kapelle bekommen.


Turmberg bei Karlsruhe

Fährt man als Besucher vom Karlsruher Stadtzentrum etwa 15 Minuten nach Durlach, ist der Turmberg leicht nach kurzem Fußweg zu erreichen. Der „Berg“ ist zwar lediglich 280 Meter hoch, dennoch haben Besucher von hier oben einen phantastischen Blick über Durlachs Altstadt und die Umgebung, bis in die Rheinebene. Gerade im Sommer lohnt hier ein Ausflug, die älteste Zugseilbahn fährt regelmäßig für diejenigen, die den Weg nach oben nicht erwandern möchten. Oben belohnt dann nicht nur ein schöner Ausblick, in einem Restaurant lässt sich in der Höhe auch der Wein vor Ort genießen. Bereits im 8. Jahrhundert stand hier eine Burg, die heute nicht mehr erhalten ist. Im 12. Jahrhundert wurde die Burganlage ausgebaut, es entstand eine Ringmauer und ein Torhaus. Der Turm, der heute noch steht, wurde wohl zwischen 1230 und 1250 erbaut. 1273 war hier auch der Habsburger-König Rudolf I. ungebetener Gast, er eroberte Durlach, da sich der badische Markgraf sich gegen unrechtmäßige Zölle gewehrt hatte. Es ist nicht ganz sicher, ob der Turmberg vom Straßburger Bischof zerstört wurde, in den Chroniken von Colmar wird jedenfalls wird ein Kastell in Durlach erwähnt und auf dem Turmberg wurde eine Schicht von Brandschutt entdeckt. Im 16. Jahrhundert diente der Turm als Wachturm für die kleine Stadt Durlach, schon damals war ein großer Teil der Burganlage und der Ringmauer wieder abgetragen. Auch der Dreißigjährige Krieg und der pfälzische Erbfolgekrieg im 17. Jahrhundert gingen nicht spurlos am Turmberg vorbei, der Dachstuhl des Turmes wurde zerstört, bald jedoch wieder erneuert. Ab dem 19. Jahrhundert ist das Gebiet rund um den Turmberg Naherholungsgebiet für die Städter, seit 1930 führt eine Straße auch für Autofahrer hinauf.




Zahlen & Fakten: Stadtname:
Karlsruhe

Bundesland:
Baden-Württemberg

Regierungsbezirk:
Karlsruhe

Landkreis:
Stadtkreis

Höhe:
115 m ü. NN

Fläche:
173,46 km²

Einwohner:
291.959

Autokennzeichen:
KA

Vorwahl:
0721

Gemeinde-
schlüssel:

08 2 12 000



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